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Dienstag, 19. Juli 2011

Das Runde muß ins Eckige

Pizza ist unser Leben
Der König Pizza regiert die Welt

Funghi, funghi, funghi, funghi, funghi
Eine Pizza, viele Pilze, ja das ist eine Funghi

Montag, 11. April 2011

»Was ist ein Orgasmus?«
»Ich weiß es nicht genau. Eine Art Schüttelfrost, obwohl einem ganz heiß dabei wird.«
»Ich könnte im Lexikon nachschauen«, sagt Anna Maria.
»Was ist ein Lexikon?« fragt Nino Pepperoni.

Im Hause Pepperoni wird Familienrat gehalten. »Jawohl. Der ist okay. Der beste Rechtsanwalt der Vereinigten Staaten. Einer, der alles weiß.«
»Er müßte den Nobelpreis kriegen!«
»Mr. Sliwowitz?«
»Jawohl. Mr. Sliwowitz!«
»Gibt es den Nobelpreis auch für Rechtsanwälte?«
»Das weiß ich nicht. Aber ich könnte ja Mr. Sliwowitz fragen. Der weiß das bestimmt!«

Karl Schnitzel hatte keine Ahnung, was ihn in New York erwartete. Wie hätte ihm auch einfallen sollen, daß die Mafia beabsichtigte, ihn zu kastrieren. Ein solcher Gedanke ist absurd. »Sitzt sich bequem im Cadillac, was?«
»Und wie«, sagte Schnitzel. »Auf einem Sitz aus Tigerfell bin ich noch nie gesessen. Ist das Tigerfell echt?«
»Natürlich ist es echt«, sagte Swifty. »Den Tiger hat Frau Pepperoni erschossen.«
»Frau Pepperoni?«
»Jawohl.«
»Wo?«
»Im Zoologischen Garten. In der Bronx. Es ist unser Sommercadillac.«
»Habt ihr noch andere?«
»Natürlich. Einen grauen für die Herbstzeit, einen weißen für den Winter und einen rosaroten für den Frühling.«
»Allerhand«, sagte Schnitzel.

Er betrachtete auch Schnitzels grinsenden Mund mit den schrägstehenden Goldzähnen und dachte: Na, den werden wir übermorgen kastrieren.

»Mich kann der KGB am Arsch lecken. Ich hole den Mandelbaum aus Rußland heraus, so wahr ich Karl Schnitzel heiße!« Am 10. Juni kam der Eunuch Pedro Rodriguez alias Karl Schnitzel in Moskau an. Er kam ohne Hoden, aber mit einem Plan. Es war heiß geworden und Schnitzel zog sich den Regenmantel aus. »Nußknacker und ähnliches Zeug interessieren mich nicht«, sagte Schnitzel. »Ich gehe lieber ins Kino. Aber leider hab‘ ich dafür keine Zeit. Ich habe andere Sorgen, als in Moskau ins Kino zu gehen.«

»Nur die Astronauten kommen in den Himmel«, sagte der Taxifahrer. »In Sowjetrußland gibt es nichts Trauriges. Hier sind alle Menschen glücklich. Auch die Pflanzen und die Tiere.«
»Schnitzel denkt an alles«, sagte Schnitzel. Schnitzel und Mandelbaum gingen händchenhaltend durch die Dunkelheit.

»Ich schwöre nochmals beim Kopf meiner armen Mutter, daß mein Bericht wahr ist.«
»Lebt ihre Mutter noch?«
»Ja«, sagte Schnitzel.
»Wo?«
»In Wien.«
»Wo in Wien?«
»Im Wiener Irrenhaus.«
»Das macht nichts«, sagte Mr. Sliwowitz. »Eine Mutter ist eine Mutter.«
»Ja«, sagte Karl Schnitzel. »Eine Mutter ist eine Mutter.«

»Wir bogen also nach Norden ab«, sagte Schnitzel, »gingen an den Vorstadtgärten von Kerovsky vorbei, dann wieder über ein Feld, dann einen Feldweg entlang, dann über einige kleine Hügel und schließlich bis zum Wald.«
»Was für ein Wald?
»Ein Wald«, sagte Schnitzel. »Ein Wald ist ein Wald.«
»Na schön«, sagte Mr. Sliwowitz.
»Im Winter kommen die Wölfe bis an die Häuser und fressen die Wände an und lecken die Fensterscheiben vor Hunger. Aber im Sommer ist das was anderes.«
»Was ist im Sommer anders?«
»Im Sommer bleiben die Wölfe im Wald!«
»Ach so«, sagte Mr. Sliwowitz.
»So ist es«, sagte Schnitzel und blinzelte Mr. Sliwowitz schlau an.
»Ich bin kein Geographieprofessor. Aber wie ich sehe, Sie wissen Bescheid.«

»Er war tauber als eine Wand, denn die Wände haben manchmal Ohren. Aber er wollte nicht hören. Und das ist viel schlimmer. Denn mit den Tauben kann man manchmal reden. Aber mit einem, der Ohren hat und nicht hören will, da ist Hopfen und Malz verloren. Da ist nichts zu machen.«

Archibald Seymor Sliwowitz, ein Mann wie alle anderen! Es wäre nicht zu ertragen. »Deine Beine, liebe Anna Maria, müßte man malen, denn zum Fotografieren sind sie zu schade.«

Sergej ist kein Feigling. Er ist ein Künstler. »Dafür ist Schnitzel nicht der richtige Mann. Für so eine Sache brauchen wir einen Spezialisten!«
»Einen Spezialisten?« fragte Nino Pepperoni.
»Ja«, sagte Mr. Sliwowitz. »Einen Flugzeug-Entführungs-Spezialisten!«
»Eine großartige Idee!« sagte Nino Pepperoni.

»Dann müssen wir Kebab kastrieren, so wie wir Karl Schnitzel kastriert haben.«
»Das ist im Falle Kebab nicht nötig.«
»Und warum?«
»Weil Sergej Mandelbaum kein Esel ist!«
»Da haben Sie recht. Daran hatte ich nicht gedacht.«

Schnitzel, dachte Kebab. Ein Mann mit solch einem Namen kann keinen guten Geschmack haben. Aber das wissen deine Karateleute. Natürlich würde man die Stewardessen fesseln und knebeln müssen, aber das ist nicht deine Sache. Das machen die Karateleute. Sie wissen das.

»Die Beschneidung heißt auf hebräisch Brith Mila und ist außerdem hygienisch.« Nino Pepperoni weinte, als das Häutchen seines Enkelkindes so ohne weiteres und ziemlich erbarmungslos abgeschnitten wurde. Er hätte das Häutchen gern mit nach New York genommen, sozusagen als Andenken, aber dann dachte er an Karl Schnitzel und unterdrückte diesen Wunsch.


Edgar Hilsenrath feat. Will Future: Moskauer Orgasmus

Montag, 30. August 2010

Hans Peter Geerdes: Oden (1773)

Weekend

This one is going out to everybody in the place!
We’re not the monkeys, but we’ve got the key!
What is essential? It’s invisible to the eye!
It’s only with the heart, that you can see rightly...
Yeah!
Love in a woman’s heart
I wanna have the whole and not a part
Strange that this feeling grows more and more
‘Cause I’ve never loved someone like you before
Chillybow!!!
Yiiihhaaaa!!!
Respect to the man in the icecream van!!!

She’s the sun
Morning, noon and night
my thoughts run circles without any purpose
I cannot stand no more – it’s like a circus
I want to repeat, there’s nothing wrong I’ve done
She’s the sun
...
If I think of the past life is so fast
those memories keep alive and I will survive
even if I’m here and left without
is there any secret? Do you think we`ll keep it?
...

Move your ass
Get off your shirts and wait for further instructions
...
I’ve got one message for the next decade:
MOVE YOUR ASS!
It’s nice to be important, but it’s more important to be nice.

Nessaja
3 AM!
The painted cow!
Hiaaaaa!!
It’s not a bird, it’s not a plane.
It must be Dave who’s on the train.
...

Aiii shot the DJ
We’re coming at ya
Like Cleopatra.
We’re coming through
Do what’cha do
Bow shalak
Where is da Punani?
Under my skin
Can’t you see I’m horny

Faster Harder Scooter
No more fiction, go back to reality
It’s the message, so listen and you will see
No illusion, the spirit is what you feel

How much is the fish?
It’s the first page of the second chapter!
I want you back so clean up the dish.
By the way, how much is the fish?!!
How much is the fish?!!
Here we go, here we go, here we go again!!
Yeeah!!
Sunshine in the air!!

Jumping all over the world
Every minute, every hour
got the power, take a shower,
I’ve got the money,
I’ve got the place,
You’ve got the figure
You’ve got the face,
Let’s get together,

The question is what is the question

How do you do
Uh huh
I thought why not
Na na
Na na
Just me and you
How do you do
Uh huh
I thought why not
Na na
Na na
Just me and you and then we can
Na na
Na na
Just like before and you will say
Na na
Na na
Please give me more and you
Won’t let you go
Me got the flow
Mash up the show
Shalak

Zebras crossing the street
Leaving the whole week behind
stop the trouble, open your mind.
Is it the life you want to live?
Clear up your mind, zebras crossing the street,
loosing control, everything is in your hand!
Running around, down the street,
buying some frozen food, put it in a fridge.
Turn up the music louder.
Thank god it‘s friday ...

And no matches
Alright, listen
Three men in a boat with four cigarettes
And no matches
How do they manage to smoke
Here we go again
Coffee isn’t my cup of tea

Fuck the Millenium
There’s Rick, there’s Axel and there’s me
I’m the candyman, also known as Dave, Dave from Sheffield
Furthermore known as the screaming lord.
I walk the line, the line between good and evil.
Aaaahh,
This is the energy ridding your face.
The next, the next attack, the next, the next attack, get prepared,
the next, next, the next attack, get prepared, the next, next, the next attack.
Alright, leave me alone guys!

There’s nothing, there’s nothing more to say.
FUCK OFF!

Dienstag, 25. Mai 2010

// Rainald Grebe feat. Will Future: Die vier Zieger-Jahre
Ich seh ein altes Bild von mir.
Ich mit vollen Haaren.
Das war im letzten Semester
in den nullnuller Jahren.
Ich war damals auf Festivals,
ich war ein wilder Knutscher.
Meine Freundin war sogar befreundet
mit dem Will Future.

Herr Mai fuhr auf dem Hollandrad
und der Herr Mai lachte viel.
Ich wär gern länger geblieben,
ich glaub, wir haben Literaturgeschichte geschrieben.

Alle hatten damals Pascal Nicklas gern.
Ich auch! Ich auch! Ich auch!

Alle wollten so wie die Homa sein.
Ich auch! Ich auch! Ich auch!

Alle lasen säckeweise Baudelaire.
Ich auch, ich war dabei.

Den Magistern ging es prima.
Master war noch kein Thema.
Man dachte nix Böses, wenn die Sonne schien.
Man dachte nix Böses.

Ach die vier vier vier, die vier vier vier Zieger,
vier vier vier, die vier vier vier Zieger,
vier vier vier vier vier vier vier vier vier Zieger Jahre sind vorbei.

Ulrich Meurer war noch nicht in Wien,
er war graumeliert.
Henry Remak war noch glücklich im Bordell.
Ach, die Zeit vergeht so schnell.
In der Kneipe sagten wir: bitte ne Coke.
Und Lady Macchiato mit Schuß.
Es gab Studenten, die studierten gar nicht
oder 18 Semester Erasmus..

Wir meinten alles wortwörtlich,
auch die Ironie.
Und ich wär gern länger geblieben.
Ich glaub, wir haben Literaturgeschichte geschrieben.

Alle haben sich ein Rennrad gekauft
Ich auch! Ich auch! Ich auch!

Alle wollten nur nach Reudnitz ziehen.
Ich auch! Ich auch! Ich auch!

Alle waren leipzscher Subkultur.
Ich nicht, ich nicht, ich nicht.

Und man konnte Lesen,
sogar in der Öffentlichkeit!
Leser waren keine Mörder,
sondern Mitbürger..

Ach die vier vier vier, die vier vier vier Zieger,
vier vier vier, die vier vier vier Zieger,
vier vier vier vier vier vier vier vier vier Zieger Jahre sind vorbei.

Ich bin ein alter Studiengängler
aus einer anderen Epoche.
War das in der Kreidezeit
oder letzte Woche?

Ach die vier vier vier, die vier vier vier Zieger,
vier vier vier vier vier vier vier vier vier Zieger Jahre sind vorbei.

Für mich und mein Nebenfach und für Lévi-Strauss..
Bye bye ..

Dienstag, 27. April 2010
















Deine Eltern sind zum dancen,
du machst eine Pizza, wie nett von dir.
Impulsive Menschen kennen keine Möbel!
Schmeiß die Nackten aus der Party, wir brauchen Platz auf einem Tennisturnier!

Yippie Krawall Yeah Yippie Remmi, Yippie und Yeah Demmi!

Ein bißchen Pool und Sauna, beschißne Glitza Hausbar.
Habt ihr nix zu drehen hier? Ich will Eltern!
Deine Mutter hat gesagt: Tragt nicht soviel Boxen rein!
Auf den Tischen in der Katja sieht sie aus wie Glitza Ebstein.

Yippie Krawall Yeah Yippie Remmi, Yippie und Yeah Demmi!

Wir tanzen auf dem Aufguß,
die Grenze ist bei Reichen!
Ich will privat sein! Im Gold kann man sich erleben.
Die Stimmung von deim Vater
nehm ich mit in die Küche,
ich erfrisch lauter Dreck mit dem Foto,
und dann fress ich Fenster!

Ey mach mal nicht so rum ey, wir wollen nur Silber!
Ein bißchen was spießen, was kann es schönres geben!?

Yippie Krawall Yeah Yippie Remmi, Yippie und Yeah Demmi!

n n

Montag, 19. April 2010

Element of Future

I

Wir haben viel zu lang geschlafen und ich erwache zögernd nur aus einem viel zu dunklen Traum und ich erinnere mich kaum. Ich weiß auch noch nicht, wohin wir gehen. Bei mir geht überhaupt nichts mehr, weil sich alles um dich dreht, seit der Himmel deine Augenfarbe trägt. Draußen ist es zu dunkel für einen allein. Wenn du lächelst, hat die Zukunft ihren Schrecken eingebüßt. Bring mich von hier weg, bring mich dahin, wo es anders ist als hier. Irgendwo hin, wo keine Erinnerung bleibt an jene Zeit, die uns glücklich sah. Dann haun wir alles kurz und klein, da will ich bald mal Scherben sehn. Wegzukommen ist uns heilig, anzukommen ist egal.

Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein und ich will dich endlich wiedersehen und ich warte bis du zu mir kommst. Frag mich nicht, wie ich ohne dich lebe – den ganzen Tag unter Wasser und Spaß dabei. (Den ganzen Tag untröstlich und Spaß dabei.) Es regnet und wieder eine Nacht am Fenster zugebracht. Es ist schon sehr, sehr lange her, da sah dich im Regen stehen. Und im Garten blüht die Illusion, das kenn ich schon, mal sehn, ob sich das Warten lohnt. Vom Schwimmbad kommen die, die nicht ertrunken sind. Ein Oberkellner zahlt alle Gäste aus und geht, immer unterwegs und überall zu spät. Ein Subaru-Besitzer macht Jagd auf ein Kind und der alte Benz fährt immer noch wie neu - und wie ich mich da freu! Ein kleiner Junge steht unten am Hof und beweint den Tod eines Schneemanns vom vorigen Jahr. Ein Vogel, der nur Körner frißt, macht Regenwürmer kalt. Ach wie kümmerlich ist die Wirklichkeit. Am liebsten wär ich ein Astronaut. Eben noch lustig, jetzt schon fort.

II

Was fällt dir ein zu sagen, sie sei niedlich!?
Sie hat die Niedlichkeit eines jungen Wolfs!! Sag, daß ich bekloppt bin, aber sag nicht, ich hätt‘ euch nicht gewarnt! Wenn du nicht so jung wärst wie ich es nie war... Mädchensein allein ist keine Tugend, dann lieber so rein und so dumm sein wie weißes Papier. Wisch dir die Krümel und das Grinsen vom Gesicht, kalt sind die Finger deiner Hand, hart sind die Worte, die du sprichst. Sag, daß ich verrückt bin und ich schwör dir, du kriegst eine geschmiert. Finger weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und teuer, nie ließ sie mich so kalt im Stich wie du. Sag, daß ich mich irre und ich weiß, auf wessen Seite du jetzt stehst, hast du doch vor Jahren schon den seither gültigen Rekord im Schnellvergessen eines Ex-Freunds aufgestellt. Ganz dumm, ganz dumm bin ich nicht. Da sind noch welche wichtiger als du. Beachte diese Tränen nicht.

Frag mich nicht, woher ich komme, sag, daß du dich freust, mich zu sehen. Bin schuldig groben Unfugs, dennoch: was soll‘s, warum was beschrein? Seit ich dich kenne, mag ich es gerne, wenn der Winter kommt – da wird’s früher dunkel. Von dir weht mich kein Sturm mehr fort. Wo deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt. Früher war ich klug, heute bist du schön, hinter uns verbrennen Narzissen und Kakteen. Groß ist nur, was man nicht erkennen kann und größer noch, was man nicht begreift. Der ganze alte Schrott muß raus und neuer Schrott muß rein. Ich sag: Was geht jetzt? Und du sagst: Ja und ich weiß nicht, ob das eine Frage war, sag mir noch einmal, wozu sind Krisen da? Sag bescheid, wenn du mich liebst.

Einfach ist es nicht, doch für Bessres bin ich hoffnungslos versaut und den ganzen Unsinn will ich auch. Ich wisch mir nur noch schnell die Spinnweben aus dem Gesicht und du wartest auf irgendwas, auf den gestrigen Tag.
Wenn nichts passiert, dann bin ich meistens glücklich. (Das ist zwar nichts als Blödsinn, doch es hält es die Welt in Atem.) Wer sich zuerst bewegt, dem schenk ich eine Mark und wieder ist ein Stündchen rumgebracht. Wer zu lange in die Sonne sieht, wird blind.

III

Jung ist der Tag und der Himmel ist rot, was wir tun, ist schwer zu beschreiben. Hier können wir nicht bleiben und es ist schwer, in den Regen zu sehen und schwerer noch, von allein ins Bett zu gehen. Wer jetzt nicht schläft, verfällt der feuchten Träumerei. (Ein Wort, nachdem ich jeden Morgen suche.) Getrunken hab ich wenig, das Tanzen ließ ich sein und übrig blieben nur wir zwei. Was wollen wir machen: Therapie? Oder gehen wir einen heben? Ich hab einen Vorschlag: Ignorieren – das ging doch sonst auch. Laß uns nochmal um die Häuser ziehn, schonungslos und ohne Hintersinn, willenlos und immer mittendrin.

IV

Alle vier Minuten kommt die U-Bahn hier vorbei und alle dreieinhalb Minuten kommt ein neues Bier und ich sage dir: Das ist ungesund, weil es nämlich irreführend und gefährlich ist, wenn etwas U-Bahn heißt, das über unsern Köpfen rattert, schließlich steht das U für Untergrund. Das ist gar keine Kneipe, das ist ein Geschäft für lederne Möbel und Regale nach Maß, der nebenan in einen grünen Himmel ragt. Es wird mehr als eng getanzt. Draußen ist alles klar, der letzte Sportsfreund, da geht er, die letzte U-Bahn geht später und du bist immer noch da, genau da, wo ich dich das erste Mal sah, was damals vor fünf Minuten war und alles ist ganz wunderbar: du bist immer noch da und siehst dahin, wo ich auf keinen Fall bin und verdrehst mit den Fingern dein Haar und nur Idioten finden das wunderbar. Ein Vollidiot bin ich gern, der letzte Verstand, da geht er.

Montag, 12. April 2010
















Allergi-i-ie ist eine Strategie
Allergi-i-ie ist eine Strategie

Als wir wiederum nicht wußten
was zu tun, wohin sich wenden,
liefen wir stundenlang umher
auf den Alleen und am Ende
hatten wir die Nase voll und verquollene Augen,
doch die Sächsische Zeitung, sie gab uns Rat:

Die nächsten vier Wochen können die Hölle werden.

In günstigen Lagen zeigt der Huflattich bereits seine Blüten.

Die vom DWD gemeldete Belastung wird mit Werten von 0 bis 3 quantifiziert.

In geraden Jahren ist der Baumpollenflug stärker als in ungeraden, sagt Thomas Fuchs.

Viele Bäume haben extrem gut angesetzt, bestätigt Eva-Maria Schlinzig.

Donnerstag, 18. März 2010

Will Future is not going to future V. but to the past.
the remixes 2010.

dénouement
William S. Burroughs feat. Will Future: Interview mit einem Virus (197? // 2010)


Menschliche Handlungen sind so vorhersehbar, daß man wirklich nur noch gähnen kann // Naja, auf dem Gebiet hab ich einige Schwulitäten erlebt, aber nichts Ernstes // Ich kanns nicht leiden, wenn geschrien wird // Das ist nicht Nova, das ist höchstens Totschlag // Ich bin Realität, und ich bin süchtig nach Realität //

Was Sie die Geschichte der Menschheit nennen, ist die Geschichte meines Fluchtplans. Ich will nicht eure ‘Liebe‘! Ich will nicht eure Gnade. Ich will nichts als raus hier //

Also – Sie verlassen Ihren Körper und stellen sich da drüben in die Ecke // Doch denken Sie bitte daran: es gibt keine Wahrheit im Raum. Es gibt keine Zeit, es gibt kein Oben und Unten, und der Anfang ist zugleich das Ende //

Und damit, Ladies und Gentlemen, wünschen Ihnen unsere Akteure endgültig und für immer eine gute Nacht
Will Future ist not going to future IV. but to the past.
the remixes 2010.

retardation
Heinrich Heine feat. Will Future: Einleitung zum Don Quixote (1837 // 2010)



Nur platter Krämersinn kommt mit seiner schäbigen Käsewaage und will den Genius wiegen // so muß ich hier an unseren großen Daniel Chadowiecki erinnern // Er liebte Musik, Blumen und Weiber // Und den Deutschen, welche Palme bleibt ihnen? Nun, wir sind die besten Liederdichter dieser Erde // Ich bin überzeugt, bei diesem Wettgesange wird das Lied von Wolfgang Goethe den Preis gewinnen.
Will Futue is not going to future III. but to the past.
the remixes 2010.

peripetie
William S. Burroughs feat. Will Future: Cobble Stone Gardens (1976 // 2010)



1
Der See bei Nacht. Ein Sozialist sitzt am Ufer und ißt Schokolade. Jungs schlagen mit Sandalen aufeinander ein // im freien Fall winken sie einander zu // Dämmerung senkt sich über das Dorf //

Überall der Mief einer abgestandenen Vergangenheit. Sie waren verschollene Tiere an einem leeren blauen Himmel, blau wie seine Augen. //

Ein Fisch springt aus dem Wasser. //

2
In einem Zugabteil irgendwo in Frankreich. //

Der Himmel hier ist abgenutzt und so dünn wie Seidenpapier

Der Maulwurf attackiert jetzt die Reisenden //

wieder ein Tag im Eimer // Sie versprechen einem den Mond in Peru, und was geben sie einem? Scheiße. //

3
Wenn die Welt zu einem schwarzen Wald und einem Strand geworden ist werde ich dich wiederfinden //

Ein scheues Lächeln. Das ist meine Masche. //

4
Iron Foot fährt in einem cremefarbenen Rolls Royce vor. Er steigt aus und führt einen besoffenen Löwen an einer goldenen Kette //

Ich hab die Dildo-Connection in Lesbos
und das Vaseline-Monopol in Sodom
Ich bin der einzige Pusher in Istanbul
und der einzige Punk im Islam
Ich bin die einzige Bar in der Skid Row
Ich bin die einzige Nutte am Hafen.‘
Und damit könnt ihr euch einbalsamieren lassen, ihr rot-weiß-blauen Sternenbanner-Wichser aus Pfefferminz… //

pornographische Bilder von Christus // Ich hatte sie mir von Tennessee Williams ausgeliehen. //

5
‘Alles versaut. Muß mich vorsehen.‘ Carl sah eine Tube Vaseline. Er nahm einen Besenstiel und stieß sie leicht an – im gleichen Augenblick schoß eine Harpune aus der Wand der engen Zelle //

Keine Blume kein Baum kein Grashalm bis zum Horizont. //

Er starb allein, ein Fremder in einem möblierten Zimmer //

6
wir sind von der Beerdigung zurück, sehen uns die Fotos an, die Blumen, umwölkt von Trauer und Todesahnung, ‘Was wird sein wenn ich die alte immer gleiche Reise antrete?‘, ihre Worte hallen wie aus weiter Ferne herüber, aus dem zerfallenen Bungalow in Palm Beach, ‘Du warst immer so weit fort‘, die Veilchen hier sehen aus, als ob sie schwitzen, so weit fort, so viele Jahre her, der dumpfe Hauch der Todesahnung morgens um vier //

die Blumen naß vom Nebel, Straßenlärm
Will Future is not going to future II. but to the past.
the remixes 2010.

komplikation
Thomas Mann feat. Will Future: Der Tod in Venedig
(1912 // 2010)




1
Reisen also, - er war es zufrieden. Nicht gar weit, nicht gerade bis zu den Tigern // Ebenso weit entfernt vom Banalen wie vom Exzentrischen // Aber sein Lieblingswort war Durchhalten // die elegante Selbstbeherrschung //

so konnte man zweifeln, ob es überhaupt einen anderen Heroismus gäbe, als denjenigen der Schwäche. //

2
Die Absage an die Laxheit //

Bedeutende Schicksale schienen über dies meist leidend seitwärts geneigte Haupt hinweggegangen zu sein // In diesem Augenblick jedoch berührte ihn das Gefühl des Schwimmens // denn er gedachte am Meere Wohnung zu nehmen //

Es war das Klügste, den Dingen ihren Lauf zu lassen, und es war hauptsächlich höchst angenehm //

Einsamkeit zeitigt das Originale, das gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht // nie ohne einen Anflug von Traurigkeit

3
Sie hätte die Frau eines hohen deutschen Beamten sein können // wenn aber der Wind nicht umschlug, so war seines Bleibens hier nicht // und nach Austausch einiger meteorologischer Bemerkungen empfahl sich der Manager // halb Zuhälter, halb Komödiant, brutal und verwegen, gefährlich und unterhaltend //

Die Nacht schritt vor, die Zeit zerfiel // Angst war der Anfang
Will Future is not going to future. but to the past.
the remixes 2010. 

exposition
Jacques Derrida feat. Will Future: Différance (1967 // 2010)




Ich werde also von einem Buchstaben sprechen.
Von dem ersten, wenn man dem Alphabet und den meisten Spekulationen, die darüber gewagt wurden, glauben darf // obgleich mein erster Schritt in letzter Instanz nicht zu rechtfertigen ist //

Das vereinfacht die Dinge nicht gerade und wird uns sehr zu schaffen machen, Ihnen und mir, zumindest wenn wir uns verstehen wollen // und ich benutze sie hier, wie viele andere Begriffe, nur aus Gründen strategischer Bequemlichkeit und um die Dekonstruktion ihres Systems an dem gegenwärtig entscheidenden Punkt anzusetzen. //

Man wird mich wiederum entschuldigen müssen, wenn ich mich zumindest implizit auf diesen oder jenen Text beziehe, dessen Veröffentlichung ich wagte.

Mittwoch, 17. März 2010

 
















Will Future is not going to future. but to the past.
the remixes 2010
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Exposition - Komplikation - Peripetie - Retardation - Dénouement
mit den größten Hits von Jacques Derrida, William S. Burroughs, Heinrich Heine und Thomas Mann!!!
ab morgen nur hier am Kühlregal